Bienen vor dem Einflugloch

Propolis – das wirksamste natürliche Antibiotikum

Auch Bienen müssen sich schützen – vor Kälte, Feuchtigkeit, Fäulnis, Bakterien, Viren und Pilzen.  Dazu verwenden sie Propolis. Die wirksamen Eigenschaften des Schutzharzes der Bienen sind auch für das Immunsystem des Menschen Gold wert!

Bienen sind perfekt. Das denke ich mir immer wieder. Die Organisation in so einem Bienenstock, der Fleiß aber auch die Hygiene der Tierchen! Also ein Lebensmittelkontrolleur hätte hier sicher nichts zu beanstanden. In einem Stock leben bei etwa 37°C und hoher Luftfeuchtigkeit viele Bienen auf engstem Raum zusammen. Das sind ideale Bedingungen für die Ausbreitung von Krankheiten. Aber auch dieses Problem haben die Bienen auf ganz wunderbare Weise für sich gelöst. Sie produzieren ein hochwirksames Abwehrmittel gegen Eindringlinge in den Bienenstock: Propolis, das Kittharz der Bienen (auch Vorstoß, Stopfwachs, Bienenharz, Bienenleim oder Kittwachs genannt). 

Die Aufgaben von Propolis im Bienenstock 

🐝 Desinfektion (z.B. Fußmatte im Einflugloch, Mumifizieren von Eindringlingen, Hemmung von Bakterien und Viren)

🐝 Isolation, Schutz (z.B. Einengen des Flugloches und Ritzen im Bienenkasten als Schutz vor Zugluft)

🐝 Verstärkung der Waben

Propolis dient als Baumaterial zum Abdichten von kleinen Spalten und Ritzen im Stock und schützt so vor Hitze, Kälte und Regen. Es hemmt zudem, wie bereits erwähnt, die Entwicklung von Mikroorganismen, wie Bakterien und Pilzen, und tötet sie, wenn nötig, ab. Ein Bienenstock ist keimfreier als ein Operationssaal. Bakterien und andere Krankheitserreger, die die Bienen von einem Arbeitsflug mitbringen, gelangen nicht in den Stock. Am Eingangsbereich ist nämlich eine Hygiene-Schleuse, eine Art „Propolisfußmatte“ installiert, mit dem jede Biene beim An- oder Abflug in Berührung kommt. 

Nur ein Beispiel: Für uns ist eine Maus eine kleine Plage. Für die Bienen wird sie im Stock jedoch zu einer großen Gefahr. Diese ist allerdings, nachdem die Maus mit Bienengift getötet wurde, noch nicht gebannt. Der Kadaver, zum Abtransport zu schwer, bleibt im Stock. Jetzt kommt Propolis zum Einsatz. Die Bienen mumifizieren den Eindringling, das heißt, sie überziehen ihn mit einer Propolishülle. Diese verhindert die bakterielle Zersetzung des Kadavers, der dem Bienenvolk zum Verhängnis werden könnte. Das mit dem Einbalsamieren ist also keine Erfindung der alten Ägypter. Die haben sich das nur von den Bienen abgeschaut

Propolis – ein altbewährtes Heilmittel 

Auch das Volk der Inka kannten Propolis als Medizin gegen Wunden. Das angenehm harzig duftende Kittharz dient schon seit Jahrtausenden unserer Gesundheit. Der griechische Philosoph Aristoteles schätzte Propolis wegen seiner heilenden Eigenschaften. Er empfahl es, ebenfalls bei eitrigen Wunden und anderen Verletzungen einzusetzen. Auch die Römer lobten seine heilende Wirkung. In seinen „Schriften zur Naturgeschichte“ beschreibt der römische Schriftsteller Plinius Propolis als eine sehr wirksame Medizin. Als Rohstoff für Propolis dienen den Bienen bei uns hauptsächlich unsere Nadelwälder, aber auch Pappeln und Birken und andere Sträucher, die harzhaltige Substanzen produzieren. Die Bienen haben es vor allem auf die harzigen Überzüge an den Knospen abgesehen. Das aus den Wunden der Rinden austretende Harz interessiert sie weniger, weil sie es nicht so leicht verwerten können. 

Der Name Propolis kommt aus dem Griechischen. Propolis bedeutet „Vor der Stadt“ (Pro = vor, polis = Stadt). Wie ein „Wächter vor der Stadt“ schützt Propolis den Bienenstock vor Krankheitserregern und physikalischen Einflüssen. 

Entstehung und Wirkung von Propolis 

Wie entsteht nun diese grünlich-braun bis rötlich gefärbte klebrige Wunderwaffe? 🐝

Eine Gruppe von Sammlerinnen fliegt gezielt Bäume (Rosskastanien, Birken, Erlen, Ulmen, Buchen, Lärchen, Pappeln und Nadelbäume) an, die entweder an ihren Knospen intensiv Harz absondern oder Verletzungen an der Rinde haben. Durch die Mischung mit körpereigenen Sekreten, Wachs und Pollenbalsam (ölige Substanz aus dem Überzug der Pollenhüllen) ensteht Propolis. 

Propolis und seine Wirkstoffe 

🐝 50 % Harz und Balsam (dabei gibt es ca. 34 verschiedene Verbindungen, hauptsächlich Flavonoide)

🐝 30%Wachs

🐝 10 % ätherische Öle

🐝 5%Pollen

🐝 Spurenelemente wie: Aluminium, Chrom, Kalzium, Kobalt, Eisen, Mangan, Kupfer, Zinn, Vanadium, Silizium

🐝 Organische Säuren und Aromastoffe: Vanillin, Sorbinsäure, Kaffeesäure, Gerbstoffe, Zimtalkohol, Enzyme und antibiotische Stoffe

🐝 Vitamine: A, C, E, H und Angehörige der B-Vitamine

Je nachdem, zu welcher Jahreszeit Propolis gesammelt wurde, und um welches Harz es sich handelt, kann die Zusammensetzung dieser Stoffe auch variieren. 

Besonders wirksam – Flavonoide und Kaffeesäure-Abkömmlinge 

Es sind vor allem die Flavonoide und Kaffeesäure-Abkömmlinge, die hinter den meisten positiven Propoliswirkungen stehen. Flavonoide gehören zu den Hauptvertretern der Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe (Polyphenole), die in vielen Gemüse- und Obstsorten vorkommen. Die Propolisflavonoide, wie Pinocembrin und Pinobanksin wirken antibakteriell, antioxidierend und 43 binden freie Radikale. Sogenannte Derivate der Kaffeesäure verstärken, wie wissenschaftliche Untersuchungen belegen, das Immunsystem. Sie wirken entzündungshemmend, antioxidativ gegen Pilze, Viren und Bakterien. Es gibt Hinweise darauf, dass sie lebende Zellen vor freien Radikalen schützen können und so Krebs vorbeugen. 

Propolis – ein Cocktail an Antioxidantien 

Antioxidantien schützen gegen die sogenannten „freien Radikale“. Propolis ist durch ihre Inhalts- stoffe, den Kaffeesäure-Abkömmlingen, Flavonoiden, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen ein wahrer Antioxidantiencocktail. 

Was sind eigentlich „freie Radikale“? 

Es handelt sich dabei um hochaktive und schädliche Substanzen, die bei Entzündungen innerhalb des Körpers oder durch Einwirkungen von außen (Umweltschadstoffe, Zigaretten- rauch, Strahlung, Ozoneinwirkung oder die Einnahme diverser Medikamente) entstehen können. Aber auch bei noch so gesunder Lebensweise kann die Bildung von freien Radikalen nicht vermieden werden. Werden diese Stoffe nicht bekämpft, entstehen Schäden im Körper, da sie unsere körpereigenen Strukturen, Eiweiße oder sogar Erbanlagen angreifen. Die Radikale oxidieren für unseren Körper nützliche Verbindungen und machen sie dadurch funktionsunfähig. Enzyme in unserem Körper benötigen zur Entgiftung bzw. Inaktivierung dieser hochreaktiven Substanzen teils bestimmte Mineralstoffe. Ein weiterer Abwehrmechanismus ist die Umwandlung der freien Radikale durch Antioxidantien. Die freien Radikale werden zu harmlosen Stoffwechselprodukten und somit ungefährlich für unseren Organismus. 

Anwendung von Propolis 

Propolis ist bekannt dafür, dass sie Entzündungen verschiedenster Art lindert (z. B. der Atemwege, der Bindehaut, der Gelenke, der Harnwege und Nieren, der Leber und Galle, des Magen-Darm-Traktes, der Magenschleimhaut, der Nasen und Nebenhöhlen, der Ohren und des Zahnfleisches). 

Ein Tennisarm, eine Entzündung von Muskeln und Sehnen und Sehnenscheiden im Ellenbogen, die durch einseitige Belastung entsteht, kann beispielsweise sehr gut mit einer Propolissalbe behandelt werden. Die besten Resultate werden bei der Behandlung von leichten Mund- und Racheninfektionen erzielt. Halsschmerzen verschwinden mit Propolis innerhalb nur weniger Stunden.  Auch bei Erkrankungen der Haut werden Heil-und Linderungserfolge mit Propolis erreicht: bei Akne, Ekzemen, Narben, Herpes, Schuppenflechte. Propolis stimuliert und stärkt das Immunsystem. Die Wirkungsweise des Bienenkittharzes verspricht bei zahlreichen virusbedingten Erkrankungen therapeutische Erfolge. 

Propolis versus Antibiotika

Warum hat man die Heilwirkung von Propolis und anderen Honigprodukten so lange aus den Augen verloren? Vor allem in der westlichen Welt verdrängte die Schulmedizin Heilmittel aus der Natur, darunter Propolis, andere Honigprodukte und Pflanzen. Auch heute noch setzen wir auf all die synthetischen Arzneimittel, die uns die Pharmaindustrie so gut verkauft. Sie wirken schnell und gezielt. Aber ehrlich, wenn Du so einen Beipackzettel durchliest, bringt Dich das nicht auch ins Grübeln? 

🐝 Propolis hat keine Nebenwirkungen (Ausnahme ist eine eventuelle Allergie) und stärkt den Organismus. Antibiotika bewirken das Gegenteil.

🐝 Propolis schützt gegen Bakterien, Viren und Pilzinfektionen. Antibiotika vernichten Bakterien, sind aber kaum gegen Viren und Pilze wirksam.

🐝 Bakterien zeigen keine Resistenz (Widerstandsfähigkeit) gegenüber Propolis, sehr wohl werden sie gegen Antibiotika resistent. Denn die Bakterien sind „schlau“ und verändern sich, passen sich an. Das bedeutet, dass in immer kürzerem Zeitraum neue Antibiotika-Generationen entwickelt werden müssen.

Gute Propolis hat ihren Preis 

Stell dir vor! Unsere üblichen Bienenrassen sammeln ca. 150g Propolis pro Volk im Jahr. Die Ausbeute bei einer gezielten Propolisernte ist doppelt so groß. Was für ein kostbarer Schatz!

🐝🐝Summ. Summ. Von Herzen. APIS MEDICUS

Quellen:

Bort Rosemarie/Barbara Berger-Marterer/Albersmann Herbert, Apitherapie, Heilen mit Bienenprodukten, 2. überarbeitete Auflage, Planegg, Devauzet Org. GmbH, 2008

Bort Rosemarie, Honig, Pollen, Propolis, Sanfte Heilkraft aus dem Bienenstock, Stuttgart, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & CO KG, 2010


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